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	<description>Das Online Wirtschaftsmagazin</description>
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		<title>Zum Unterschied zwischen relativer und absoluter Armut</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 16:57:45 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>
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		<category><![CDATA[Mittelschicht]]></category>

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		<description><![CDATA[Da hat also das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) eine von den Medien dankbar aufgenomme Studie vorgestellt, die auf den ersten Blick wirklich erschreckend ist.  Gut, erschreckend bleibt sie auch auf den zweiten Blick, aber qualitativ auf eine ganz andere Art und Weise, als es uns der journalistische Filter weismachen möchte.
Es mag absolut richtig sein, dass heute [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da hat also das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) eine von den Medien <em>dankbar</em> <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/276/503498/text/?page=2" target="_self">aufgenomme</a> <a href="http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.347305.de/10-7.pdf" target="_self">Studie </a>vorgestellt, die auf den ersten Blick wirklich erschreckend ist.  Gut, erschreckend bleibt sie auch auf den zweiten Blick, aber qualitativ auf eine ganz andere Art und Weise, als es uns der journalistische Filter weismachen möchte.</p>
<p>Es mag absolut richtig sein, dass heute vergleichsweise mehr Menschen an oder unter der Armutsgrenze leben, als es noch vor einigen Jahren der Fall war. Dieser Sachverhalt ist aber unbedingt nicht (!) mit der Aussage gleichzusetzen, die Menschen seien heutzutage allgemein ärmer. Denn das, was das DIW misst, ist nicht die absolute Armut, sondern die relative Armut (&#8221;relative Einkommensarmut&#8221;). Also das Verhältnis aus Einkommen des betrachteten Individuums zum mittleren Einkommen aller Individuen eines Landes.</p>
<p>Ein Beispiel: Stellen wir uns eine Ökonomie bestehend aus 10 Individuen vor, die ausschließlich jeweils 10 Schafe besitzen und damit gleich reich bzw. vermögend sind. Sollte eines dieser Individuen durch einen wie auch immer gearteten externen Effekt 990 Schafe dazu bekommen, hat sich an der Vermögenssituation der anderen 9 Individuen nichts geändert. Absolut sind diese gleich vermögend geblieben. Relativ betrachtet hat sich allerdings das mittlere Einkommen (Vermögen) von ehemals 10 auf nun 109 Schafe je Individuum erhöht. Und nach der Definition der EU-Kommission sind damit die 9 Individuen von gestern auf heute arm geworden, da ihr Verhältnis aus Einkommen von 10 Schafen zum neuen mittleren Einkommen von 109 Schafen mit weniger als 10 v.H. weit unter der definitorischen Armutsschwelle von 50 v.H. liegt.</p>
<p>Leider wird in den meisten Artikeln und Kommentaren zu solchen Armutsstudien nicht auf diesen kleinen aber unter Umständen entscheidenen Unterschied hingewiesen. Und sei es nur, um klarzustellen, dass zwar niemand absolut ärmer geworden ist, dafür aber große Teile der Bevölkerung von einer Einkommenserhöhung ausgeschlossen sind, sprich nicht an einer Wohlfahrtserhöhung partizipieren konnten. Und ein so festgestellter Anstieg relativer Armut wäre in der Tat sehr erschreckend.</p>
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		<title>Zum Dogmenstreit der Volkswirtschaftslehre, der keiner ist</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Jul 2009 18:34:56 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Dogmenstreit]]></category>
		<category><![CDATA[Exzellenzinitiative]]></category>
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		<category><![CDATA[Volkswirtschaftslehre]]></category>

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		<description><![CDATA[Während meines sechsjährigen Studiums der Volkswirtschaftslehre hatte ich reichlich Gelegenheit, die wirtschafts- und ordnungspolitische sowie die mathematisch modellorientierte Methodik kennen zu lernen. Um beide Methoden hatte sich in den letzten Monaten ein Streit unter Deutschlands führenden Ökonomen entwickelt. Einen mittleren Höhepunkt findet selbiger derzeit in der Diskussion (Handelsblatt.com) über die Neubesetzung sechs vakanter Professorenstellen an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Während meines <em>sechsjährigen</em> Studiums der Volkswirtschaftslehre hatte ich reichlich Gelegenheit, die wirtschafts- und ordnungspolitische sowie die mathematisch modellorientierte Methodik kennen zu lernen. Um beide Methoden hatte sich in den letzten Monaten ein Streit unter Deutschlands führenden Ökonomen entwickelt. Einen mittleren Höhepunkt findet selbiger derzeit <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/nachrichten/oekonomenstreit-koelner-volkswirte-bleiben-hart;2426372;0" target="_blank">in der Diskussion</a> (Handelsblatt.com) über die Neubesetzung <em>sechs</em> vakanter Professorenstellen an der Kölner Wirtschaftsfakultät. Zugunsten eines Makroökonomischen Forschungsschwerpunkt sollen mehrere ehemals ordnungspolitisch ausgerichtete Professuren zusammengefasst werden.</p>
<p>Angesichts des hitzig geführten Streitgesprächs, drängt sich mir insbesondere eine Frage auf: Wie war es meiner Universität anscheinend ohne weiteres Kopfzerbrechen überhaupt möglich, mich parallel sowohl ordnungspolitisch als auch mathematisch orientiert auszubilden? Immerhin lassen die Vertreter der mathematisch orientierten Denkrichtung keinen Zweifel daran, dass der vermeintlich rein verbale ordnungspolitische Ansatz überholt sei (<em>Albrecht Ritschl</em>: <a href="http://www.faz.net/s/RubBA2FEF69D90D49589D58B10299C8647D/Doc~E267C89815E8A4446AFD2102CDC3C1870~ATpl~Ecommon~Scontent~Atype~Econtra.html#ProContraArea" target="_blank">Ordnungsökonomik war ein Sonderweg</a>, FAZ.NET), während die Ordnungsökonomen selbst etwas scheu ihre Position verteidigen (<em>Michael Hüther</em>, <a href="http://www.faz.net/s/RubBA2FEF69D90D49589D58B10299C8647D/Doc~E267C89815E8A4446AFD2102CDC3C1870~ATpl~Ecommon~Scontent~Atype~Epro.html#ProContraArea" target="_blank">Ordnungsökonomik fasziniert heute noch</a>, FAZ.NET). Behielten erstere wirklich Recht und die Methodik der Wirtschafts- und Ordnungspolitik sei an ihre Grenzen gestoßen, gar nie wirklich zu gebrauchen gewesen, müsste ich persönlich circa <em>vierzig</em> bis <em>fünfzig</em> Prozent meines Studiums abschreiben. Dem ist aus zweierlei Gründen nicht so.</p>
<p><em>Zum einen</em> hat sich die Ordnungsökonomik weiterentwickelt und formalisiert nicht nur ihre jüngeren Theorien wie bspw. die Neue Institutionenökonomik oder die Spieltheorie mit analytischen Methoden. Der Vorwurf rein verbale und nicht mathematisch unterlegte Wissenschaft zu betreiben wird damit obsolet. <em>Zum anderen</em> benötigt es anscheinend eines neutralen außerhalb des akademischen Zirkels stehenden Beobachters, um zu erkennen, dass hier lediglich ein Schaulaufen akademischer Eitelkeiten von Statten geht. Dies Methodenstreit zu nennen, ist bereits fragwürdig, von Dogmenstreit zu reden auf jeden Fall intellektuelles Wunschdenken.</p>
<p>Ein wirtschaftswissenschaftlicher Dogmenstreit verlangt nach einer ökonomischer Fragestellung, der sich mindestens zwei Denkschulen in unterschiedlicher Art und Weise nähern. Beispielhaft sei hier die im 19. Jahrhundert geführte <em>Banking-Currency</em>-Kontroverse über die Frage der Abgrenzung des Geldmengenbegriffs genannt. Die Beteiligten eines Methodenstreits finden immerhin Konsens über das Ziel, lediglich der Weg dorthin wird reichlich diskutiert. Anwendbar aber sind beide Begrifflichkeiten für die gerade stattfindende Debatte nicht. Es ist alles viel banaler: Es ist ein Fächerstreit.</p>
<p>Warum kein Student der Wirtschaftswissenschaften im Hauptstudium auf die Idee kommen würde, mit Hilfe des <em>Solo-Swan</em>-Wachstumsmodells Aussagen über kollusives Verhalten von Kartellen zu treffen, die mathematisch modellorientierte Professorenschaft im übertragenden Sinne aber so tut,  dies sehr wohl oder noch besser zu können, hat einen ganz anderen Grund. Sie sind nicht zuletzt endogenes Ergebnis der exogenen Institution &#8220;Exzellenzinitiative&#8221;, die international ausgerichtete Lehrstühle bzw. Universitäten mit speziellen Fokus auf angelsächsische Fachjournale automatisch bevorzugt. Von daher muss es auch nicht sonderlich verwundern, dass der Kölner Ökonomie-Professor <em>Axel Ockenfels</em> zwar am Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg unter seinem Doktorvater <em>Joachim Weimann</em> promovierte, sich nun aber vehement für den Eingangs erwähnten Makroökonomischen Forschungsschwerpunkt einsetzt. Herr Ockenfels denkt dabei sicherlich nicht an einen Verrat am eigenen Fach, sondern folgt lediglich dem allgemeinen Trend zur mathematischen Methodik, der durch die Anreizmechanismen der benannten Exzellenzinitiative zumindest verstärkt wird. Dies alles spricht aber nicht gegen die gleichwertige Behandlung der Ordnungsökonomik und quantitativen VWL.</p>
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		<title>Quo Vadis Saab</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Jun 2009 18:48:51 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[stuck in the middle]]></category>

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		<description><![CDATA[Ja, für Fans der Automarke Saab ist das wirklich eine gute Nachricht: Der schwedische Hersteller überaus teurer Fahrzeuge Koenigsegg übernimmt (wahrscheinlich) Saab und macht aus diesem wieder ein echtes schwedisches Produkt, nachdem es im Jahr 2000 endgültig zu einhundert Prozent in den Besitz des mittlerweile ebenfalls insolventen US-Automobilherstellers GM gegangen ist. Auch in Zukunft wird [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, für Fans der Automarke <em>Saab</em> ist das wirklich eine gute Nachricht: Der schwedische Hersteller überaus teurer Fahrzeuge <em>Koenigsegg</em> übernimmt (wahrscheinlich) Saab und macht aus diesem wieder ein echtes schwedisches Produkt, nachdem es im Jahr 2000 endgültig zu <em>einhundert</em> Prozent in den Besitz des mittlerweile ebenfalls insolventen US-Automobilherstellers <em>GM</em> gegangen ist. Auch in Zukunft wird es also Autos der Marke Saab geben. Und dazu sogar wieder als echter Schwede. Mit einem großen Fragezeichen muss indes versehen werden, welche markenpolitische Richtung Koenigsegg mit Saab einschlagen wird.</p>
<p><strong>Individueller Technologieavantgardist </strong></p>
<p>Saab galt jeher als Exot unter den europäischen Herstellern und polarisierte regelmäßig die Geschmäcker. Bekanntestes Beispiel ist sicherlich die Modellreihe 900 &#8211; mittlerweile als das &#8220;One-Hit-Wonder&#8221; bezeichnet. Diese führte die bereits im Saab 99 eingeführte Turbotechnik konsequent weiter, und verhalf Saab damit im Zusammenspiel mit außergewöhnlichem Design zu einer markenpolitischen Positionierung als Technologieavantgardist für eine individuelle oder eine sich zumindest für individuell haltende Käuferschicht mit exklusivem Anspruch.</p>
<p><strong>Stuck in the middle</strong></p>
<p>Was angesichts dieser wohlfeilen Positionierung vielleicht den einen oder anderen Marketeer Freudentränen ins Gesicht getrieben hat, muss wohl den Zahlenmenschen bei Saab übel aufgestoßen sein. Denn quantitativ erfolgreich, so wie es ein Autohersteller mit Ambition zur Masse sein muss, ist Saab auf diese Weise nicht geworden. Sicherlich konnte es Saab locker in den Attributen &#8220;Sportlichkeit&#8221;, &#8220;Emotion&#8221; sowie &#8220;Exklusivität&#8221; mit den ebenfalls hochpreisigen Marken <em>BMW</em> und <em>Mercedes</em> aufnehmen. Allerdings wussten davon eindeutig zu wenige und letztendlich fehlte der Marke Saab für das mondän gefärbte Massensegment ein entscheidendes Attribut: die typischer Weise deutschen Autos zugeschriebene &#8220;Sachlichkeit&#8221;. Schließlich begründet sich der Erfolg der beiden benannten deutschen Marken zu einem Großteil im Markt für Firmenwagen. In diesem Sinne war die vermeintlich klare Positionierung wohl eher eine <em>stuck in the middle-</em>Position. Individualität und massentaugliche Sachlichkeit vertragen sich nur schwer oder erfordern zumindest einen markenpolitischen Spagat. Der Strategieabteilung von Saab ist dieser nicht gelungen.</p>
<p><strong>Quo Vadis Saab</strong></p>
<p>Nun ist der Autobauer Koenigsegg nicht gerade bekannt dafür, wesentliche Erfahrungswerte in der Herstellung und Vermarktung massentauglicher Automobile gesammelt zu haben. Mit weniger als <em>einhundert</em> bisher verkaufter Fahrzeuge betritt Koenigsegg also absolutes Neuland. Aber da sich anscheinend nur in sehr kleinen dafür aber ungleich teuren Nischen Gewinn mit geringer Stückzahl erwirtschaften lässt &#8211; Automobilhersteller wie <em>Maserati</em>, <em>Jaguar</em> und <em>Co</em>. habe alle große Muttergesellschaften im Rücken -, muss Koenigsegg versuchen, Saab auch in Zukunft im exklusiven Massensegment zu positionieren. Das trotz jahrelanger Verwässerung durch GM immer noch vorhandene Image der Marke Saab bei einer Vielzahl von heutigen und, genau da liegt das eigentliche Problem, ehemaligen Käufern, muss wieder geschärft und vor allem kommuniziert werden. Für den Anfang sollte eine Wiederauflage des Saab 900 genau das richtige sein. BMW und Fiat sind schließlich mit dem MINI respektive der Modellreihe 500 derzeit auch sehr erfolgreich.</p>
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		<title>Die Finanzkrise, das Geld und die Zukunft?</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Jan 2009 21:32:07 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[helicopter money]]></category>
		<category><![CDATA[Milton Friedman]]></category>
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		<category><![CDATA[Wohlfahrtstheorie]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine Großeltern sehe ich nur selten. Das war schon immer so, mit dem Umzug nach Luxemburg ist das auch nicht besser geworden. Über die Feiertage konnte ich aber beide besuchen und von dem einem Opa muss ich wohl mein Interesse für Geld geerbt haben, was sich zugegebenermaßen sowohl auf die theoretische als auch praktische Ebene [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Großeltern sehe ich nur selten. Das war schon immer so, mit dem Umzug nach Luxemburg ist das auch nicht besser geworden. Über die Feiertage konnte ich aber beide besuchen und von dem einem Opa muss ich wohl mein Interesse für Geld geerbt haben, was sich zugegebenermaßen sowohl auf die theoretische als auch praktische Ebene bezieht. Auf jeden Fall fragte mich dieser besagte Opa, woher denn der Staat jetzt das Geld für die Banken, Autohersteller und sonstige derzeit reichlich vorhandene Bittsteller nehmen würde.</p>
<p><strong>Helicopter money</strong></p>
<p>Zunächst einmal ist festzustellen, dass es sich bei den vom Staat zur Verfügung gestellten Geldern nicht um sogenanntes <em>helicopter money</em> handelt. Dieser Begriff lässt sich auf eine Idee <em>Milton Friedmans</em> zurückzuführen, die vorschlägt, den Individuen einer sich in einer Liquiditätsfalle befindenden Gesellschaft direkt finanzielle Mittel ohne den &#8220;Umweg&#8221; über Finanzintermediäre (Banken usw.) zur Verfügung zustellen, es also vom Himmel oder eben vom Helikopter regnen zu lassen. Unabhängige Zentralbanken, die sich dadurch auszeichnen, dass sie keiner staatlichen Kontrolle obliegen, drucken allerdings aus vielerlei berechtigten Gründen nicht einfach so Geld, was zwingende Voraussetzung für <em>helicopter money</em> wäre. Die Europäische Zentralbank wurde ebenfalls nach dem Unabhängigkeitsprinzip entworfen. Sie führt also das bewährte Modell der Deutschen Bundesbank fort, druckt demnach allerdings auch kein Geld.</p>
<p><strong>Wie finanziert der Staat seine Rettungsaktionen </strong></p>
<p>Wenn das Drucken von Geld als sowieso wenig dauerhafte Lösung ausfällt, bleibt dem Staat lediglich seine originäre und prinzipiell einzige Finanzierungsquelle: seine Bürger. Das mag trivial klingen, ist aber entscheidendes Kriterium für die volkswirtschaftliche Bewertung von Rettungspaketen, Rettungsschirmen oder sonstigen vom Staat geschnürten Finanzpaketen bei denen effektiv Geld fließt und nicht lediglich Garantien ausgesprochen werden. Dazu allerdings erst später mehr. An dieser Stelle sei lediglich darauf hingewiesen, dass es nicht unbedingt Steuergelder sein müssen, die der Staat für die Finanzierung der versprochenen Pakete verwendet. Im Falle der Finanzkrise ist es sogar unwahrscheinlich, lassen sich damit einhergehende Steuererhöhungen in rezessiven Phasen &#8211; vom Superwahljahr 2009  sei ohnehin abstrahiert &#8211; doch kaum rechtfertigen. Übrig bleibt also einzig und allein der Weg der Neuverschuldung. Der Clou an der ganzen Sache ist nun, dass der Staat eben nur eine einzige Quelle der Neuverschuldung kennt: seine Bürger (von ausländischen Investoren sei der Einfachheit halber abgesehen).</p>
<p><strong>Staatsanleihen müssen bedient werden</strong></p>
<p>Indem also der Bürger direkt oder indirekt (z.B. über Lebensversicherungen) Staatsanleihen oder Bundeswertpapiere erwirbt, finanziert er die Neuverschuldung des Staates. Für welche Zwecke sein auf Zeit veranlagtes Geld allerdings ausgegeben wird, liegt nicht in seiner Hand. So ist es demnach durchaus möglich, dass ein &#8220;Öko&#8221; mit seinem Geld die Autoindustrie rettet. Vorerst entscheidender ist aber die Tatsache, dass der Staat seine begebenen Anleihen irgendwann auch bedienen muss. In der staatsökonomischen Idealvorstellung geschieht dies in wirtschaftlichen Boomphasen, während die Begebung vor allem in rezessiven Phasen erfolgt. Die Realität sieht freilich anders aus. So reichten die letzen Jahre wirtschaftlichen Wachstums zuletzt lediglich für eine knappe schwarze Null im Bundeshaushalt, an den Abbau bereits bestehender Staatsverschuldung war überhaupt nicht zu denken. In diesem Sinne verschiebt der Staat über den Umweg der Neuverschuldung die eigentliche Finanzierung lediglich in die Zukunft. Und diese Zukunft wird schlussendlich doch der Steuerzahler finanzieren.</p>
<p><strong>Welche Fragen wir uns stellen müssen</strong></p>
<p>Natürlich ist das alles nichts Neues. Denn erst über den Prozess der andauernden von den Bürgern finanzierten Neuverschuldung konnte die Bundesrepublik Deutschland ihren von den Bürgern weiterhin zu finanzierenden Schuldenberg anhäufen. Gerade vor dem Hintergrund des globalen Charakters der aktuellen Finanzkrise drängen sich unserer Gesellschaft damit wiedermal zwei essenzielle Fragen auf: 1) <em>Wie lange wollen wir noch die Finanzierungslast der (Neu-)Verschuldung auf nachfolgende Generationen verschieben?</em> Und die wohl relevantere 2) <em>Welche auf Neuverschuldung basierende Investitionen halten einer wohlfahrtstheoretischen Betrachtung stand oder sind wohlfahrtstheoretisch gar zu bevorzugen?</em></p>
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		<title>Das Wort des Tages: konzertiert</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Oct 2008 19:51:08 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Finanzwelt, Wirtschaft und überhaupt alle Beteiligten und Betroffenen haben auf die heutige konzertierte Zinssenkung der großen Zentralbanken gewartet. Nach einer etwa halbstündigen Erholung der Aktienmärkte ging es sogleich weiter mit der Talfahrt.
Konzertiert ist wohl eine Ableitung des Wortes &#8220;Konzert&#8221;. Damit soll sicherlich auf den angenehmen Klang eines gut zusammenspielenden Orchesters abgestellt werden. Letzteres entspricht in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Finanzwelt, Wirtschaft und überhaupt alle Beteiligten und Betroffenen haben auf die heutige <em>konzertierte</em> Zinssenkung der großen Zentralbanken gewartet. Nach einer etwa halbstündigen Erholung der Aktienmärkte ging es sogleich weiter mit der Talfahrt.</p>
<p>Konzertiert ist wohl eine Ableitung des Wortes &#8220;Konzert&#8221;. Damit soll sicherlich auf den angenehmen Klang eines gut zusammenspielenden Orchesters abgestellt werden. Letzteres entspricht in diesem Fall den Zentralbanken, die heute alles aus ihrem geldpolitischen Instrumentarium herausgeholt haben. Dem Paukenschlag allerdings wurde seine überraschende Wirkung versagt. Das Überraschungsmoment als ganz eigenes Instrument der Geldpolitik musste in diesem Fall sein Ziel verfehlen. <em>Zum einen</em> konnte bereits vor der Senkung keine Rede von kontraktiven Zinsen sein. <em>Zum anderen</em> nutzt es den Aktiven auf den kurz- und mittelfristigen Geldmärkten reichlich wenig, wenn die Differenz zwischen gehandelten oder besser gestellten Preisen und von Zentralbanken vorgegebenen Preisen nun um 50 Basispunkte zu-, anstatt um x Basispunkte abnimmt.</p>
<p>In diesem Sinne mag die globale Geldpolitik heute sehr wohl konzertiert gespielt haben. Nur war es eben das falsche Stück zum falschen Zeitpunkt für Adressaten, die momentan sowieso kein offenes Ohr haben. Es bleibt also vorerst nur zu hoffen, dass die Zentralbanken keine weitere wertvolle Munition ihres klassischen Arsenals verschießen. Eine Lösung der eigentlichen Vertrauenskrise erfordert anscheinend andere Mittel. Sollte dies schlussendlich doch die rettende, für den Liberalismus allerdings sehr bittere Staatspille sein, sind viele das zukünftige Finanzsystem betreffende Fragen zu klären.</p>
<p>Eines jedoch sollte schon jetzt betont werden. Es ist vor allem die Diversifikation, die Risiken im weltweiten Finanzsystem minimiert, weniger der konzertierte Gleichklang. Schließlich war es letzterer, der viele Akteure in die gleichen Assets investieren ließ.</p>
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		<title>Integrative Wirtschaftsethik</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Jul 2008 17:30:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>he</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Wirtschaftsethik ist ein gar nicht mehr so neuer Wissenschaftszweig, der hierzulande &#8211; und anderswo wohl auch &#8211; kaum Beachtung findet. An nur wenigen Universitäten gibt es Kurse oder gar einen Lehrstuhl. Das merkt man, wie ich meine.
Worum geht es dabei? Die einzige Leitzahl, die in der modernen Wirtschaft zählt, ist die Ertragssteigerung und der damit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wirtschaftsethik ist ein gar nicht mehr so neuer Wissenschaftszweig, der hierzulande &#8211; und anderswo wohl auch &#8211; kaum Beachtung findet. An nur wenigen Universitäten gibt es Kurse oder gar einen Lehrstuhl. Das merkt man, wie ich meine.<br />
Worum geht es dabei? Die einzige Leitzahl, die in der modernen Wirtschaft zählt, ist die Ertragssteigerung und der damit verbundene Shareholder Value. Das reicht nicht aus, finden Leute wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Ulrich_%28%C3%96konom%29">Peter Ulrich</a>. Sie plädieren für eine ganzheitliche Sicht des Wirtschaftens. <em>Peter Ulrich</em> prägt in seinem Buch „Integrative Wirtschaftsethik&#8221; den Begriff Stakeholder Value und meint damit alle am Unternehmen und an dessen Handeln Beteiligte. Dazu gehören neben den Aktionären auch die Mitarbeiter, die Kunden, die Mitbewerber, die Nachbarn, die Behörden und nicht zuletzt die Umwelt. Der Ertrag in Euro, Dollar oder Yen sollte nicht länger als der einzige Parameter des Unternehmensgewinns gelten. Vielmehr sollten auch Werte wie zum Beispiel das Ansehen des Unternehmens, der langfristige Unternehmensbestand und das umweltverträgliche und gesetzeskonforme Produzieren als Gewinn betrachtet werden, die zugegebenermaßen nur schwer zu bestimmen sind. Dem steht das gegenwärtige Entlohnungssystem des Managements entgegen, bei dem es ausschließlich um die Quartalsbilanzen geht. Diese verengte Sicht auf das Quartalsergebnis behindert das Unternehmen in seiner Entwicklung und schadet langfristig auch den Aktionären.<br />
<em> Peter Ulrichs</em> integrative Wirtschaftsethik zeigt Wege aus dieser Sackgasse auf, die hin zu einer lebensdienlichen Ökonomie führen können, von der alle Beteiligten profitieren.</p>
<p>Die integrative Wirtschaftsethik umfasst, wie es im Klappentext heißt, nach der Begründung des vernunftethischen Standpunktes, drei Grundaufgaben:</p>
<p>1.</p>
<p>die Kritik der reinen ökonomischen Vernunft und ihrer normativen Überhöhung zum Ökonomisus. (Sachzwangdenken und blinder Glaube an den globalen Markt)</p>
<p>2.</p>
<p>die Klärung der ethischen Gesichtspunkte einer lebensdienlichen Ökonomie (Sinnorientierung und Legitimitätsgrundlagen des wirtschaftlichen Werteschaffens)</p>
<p>3.</p>
<p>die Bestimmung der Orte der Moral des Wirtschaftens in einer Gesellschaft freier Bürger (Wirtschaftsbürgerethik, Ordnungsethik, Unternehmensethik)</p>
<p>Das Thema Wirtschaftsethik ist keines, das man sich mal so nebenbei „reinziehen&#8221; kann. Es erfordert schon ein gewisses Maß an Einarbeitung, aber sich damit zu beschäftigen erweist sich regelmäßig als lohnend. Wer sich näher mit dem Thema befassen möchte, kann sich wegen einer Bücherliste gern an mich wenden.</p>
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		<title>avoiding death by powerpoint &#8211; Pecha Kucha als neuer Ansatz</title>
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		<pubDate>Fri, 30 May 2008 15:21:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dv</dc:creator>
				<category><![CDATA[Karriere]]></category>

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		<description><![CDATA[Pecha Kucha, was soviel heisst wie wirres Geplapper, entstand vor einigen Jahren auf einer Networking Veranstaltung der Architekten Astrid Klein und Mark Dytham in Tokio. Anstatt endloser Powerpoint Präsentationen, bei denen der (ungeübte) Präsentierende nichts besseres zu tun hatte, als seine eigenen textüberfrachteten Folien eins zu eins vorzulesen, sollte etwas mehr Dynamik in die Runde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Pecha Kucha, was soviel heisst wie wirres Geplapper, entstand vor einigen Jahren auf einer Networking Veranstaltung der Architekten <em>Astrid Klein</em> und <em>Mark Dytham</em> in Tokio. Anstatt endloser Powerpoint Präsentationen, bei denen der (ungeübte) Präsentierende nichts besseres zu tun hatte, als seine eigenen textüberfrachteten Folien eins zu eins vorzulesen, sollte etwas mehr Dynamik in die Runde gebracht werden.</p>
<p><strong>Die Idee</strong></p>
<p>Jeder hat zwanzig Folien zur Verfügung, welche jeweils nur zwanzig Sekunden eingeblendet werden. Einerseits setzt dies den Präsentierenden unter einen gewissen Zeitdruck, andererseits verlangt es bei den eingesetzten Folien/Bildern nach einer gewissen Kreativität, da sie jedweder Animation entbehren und innerhalb der recht kurzen Zeit doch relevante Informationen übermitteln sollen.</p>
<p>Mittlerweile ist das Phänomen PechaKucha kein lokales mehr und hat weltweit Anhänger gefunden. Von Japan ausgehend über Australien und die Vereinigten Staaten finden auch in Europa immer mehr sogenannte PechaKuchaNights statt, in denen vor allem kreative Köpfe sich austauschen und präsentieren können. In den Vereinigten Staaten hat diese Präsentationstechnik bereits Einzug in die Konferenzen global agierender Unternehmen gehalten. Denn auch Manager sollen dazu gebracht werden, in einer berechenbaren Zeit präzise Informationen transparent zu übermitteln. Als eines der ersten Unternehmen hat 3M sein Management für Pecha Kucha fit gemacht. Mein erstes Mal findet am 17. Juni im Rahmen der ersten PechaKuchaNight Dortmund statt.  Folgendes Zitat aus dem <a href="http://www.klein-dytham.com/pechakucha/shop/step1">PechaKuchaNight Book</a> von Dyntham &amp; Klein finde ich in diesem Zusammenhang interessant &#8211; ob zutreffend kann ich noch nicht entscheiden:</p>
<p><em>&#8220;Doing your first Pecha Kucha Presentation is very much like the first time you have sex. You will be cripplingly nervous, your timing ist all wrong an you have little idea of when it‘s going to end.&#8221;</em></p>
<p><strong>Weiterführende Links</strong></p>
<p><a href="http://www.pecha-kucha.org/">http://www.pecha-kucha.org/</a><br />
<a href="http://www.pechakucha-dortmund.de/"> http://www.pechakucha-dortmund.de/</a><br />
<a href="http://www.kultur-unternehmen-dortmund.de/"> http://www.kultur-unternehmen-dortmund.de/</a></p>
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		<title>Elite trägt Verantwortung</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Apr 2008 16:52:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Mittelschicht]]></category>
		<category><![CDATA[Shareholder Value]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Verantwortung]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftselite]]></category>
		<category><![CDATA[Wohlfahrtstheorie]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe Julia Friedrichs &#8220;Gestatten: Elite&#8221; noch nicht gelesen, auch wenn es so omnipotent in den Feuilletons besprochen wurde, vielleicht auch zu recht. Es sei aber zumindest zum Anlass genommen, die Thematik aufzugreifen.
Ich weiß nicht so genau, wer oder was Elite ist. Diese Frage erscheint mir auch gar nicht so wichtig. Interessanter und damit in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe <em>Julia Friedrichs</em> &#8220;Gestatten: Elite&#8221; noch nicht gelesen, auch wenn es so omnipotent in den Feuilletons besprochen wurde, vielleicht auch zu recht. Es sei aber zumindest zum Anlass genommen, die Thematik aufzugreifen.</p>
<p>Ich weiß nicht so genau, wer oder was Elite ist. Diese Frage erscheint mir auch gar nicht so wichtig. Interessanter und damit in gewisser Weise auch offener ist doch eher die Frage, durch was sich Eliten auszeichnen oder auszeichnen sollten.</p>
<p><strong>Vom Liberalismus</strong></p>
<p>In einem Studium der Wirtschaftswissenschaft gewinnt man eine gewisse Sympathie für den absoluten Liberalismus. Zwar werden mit Hilfe der Marktversagenstheorie auch staatliche Eingriffe begründet, zum Großteil offenbaren die wirtschaftswissenschaftlichen Theorien und Modelle allerdings die positiven Wohlfahrtseffekte liberaler Märkte. Daran soll auch grundsätzlich kein Zweifel bestehen. Was ich allerdings gerne zur Disposition stellen würde, ist die Frage, wie viel Liberalismus eine Gesellschaft verträgt?</p>
<p>Die betriebswirtschaftliche Ausrichtung einer Unternehmung auf die Maximierung des Shareholder Value ist konsistent. Sie ist konsistent in dem Sinne, dass den Shareholdern das Unternehmen gehört und sie ein Recht darauf haben, ihr eingesetztes Kapital höchstmöglich verzinst zu wissen. Es ist ebenso für jeden Betriebswirtschaftler und Volkswirtschaftler klar, dass die Grenzproduktivität des Kapitals auch aus Wohlfahrtstheoretischen Gründen zu maximieren ist. Das Kapitel <a href="http://www.wiwizin.de/2008/02/20/nokia-und-die-politik-%e2%80%93-zwischen-schadensbegrenzung-und-anreizproblemen/">Nokia</a> wäre demnach geklärt. Auch wenn in diesem Rahmen die positiven Wohlfahrtseffekte Deutschland nur wenig offensichtlich treffen und politisch schwer bzw. gar nicht erklärbar sind.</p>
<p><strong>Wer profitiert von Unternehmensgewinnen </strong></p>
<p>Was ich allerdings hinsichtlich der gesellschaftlichen Stabilität &#8211; hier sei insbesondere eine gesunde und prosperierende Mittelschicht gemeint &#8211; als problematisch erachte, ist die Tatsache, dass lediglich ein Bruchteil der Gesellschaft selbst &#8220;Shareholder&#8221; ist. Laut <a href="http://www.dai.de/">Deutschem Aktieninstitut</a> besaßen im Jahre 2007 lediglich 10 Mio. Deutsche selbst Aktien oder Fonds. Dies entspricht einem relativen Anteil von 12 v.H., und damit werden die Gewinne börsennotierter Unternehmen auf eine überschaubare Gruppe von Individuen verteilt, die, so ist zu befürchten, keinen Querschnitt unserer Gesellschaft abbilden.</p>
<p>Das Credo des Liberalismus stellt es nun jedem Individuum frei, sich an einem Unternehmen zu beteiligen und von dessen Gewinnen gleichsam zu profitieren. Aber genau hier liegt der Knackpunkt.</p>
<p><strong>Elite muss Verantwortung übernehmen</strong></p>
<p>Wenn die Mehrheit der Gesellschaft nicht in der Lage oder gewillt ist, sich an Unternehmen zu beteiligen, liegt die soziale Verantwortung in meinen Augen auch bei den Shareholdern und ihren Agenten für eine gewisse Gleichverteilung der Gewinne zu sorgen. Geschenke sind damit keinesfalls gemeint, ob freiwillig oder unter staatlichem Zwang. Ganz im Gegenteil, die negativen Anreizwirkungen sind eklatant. Aber wenn man den Begriff der Elite &#8211; zugegebener Maßen sehr einseitig und somit vollkommen unvollständig &#8211; auf die sogeannte Wirtschaftselite reduziert, so sind es eben letztere, die durch ihre Entscheidungen einen positiven gesellschaftlichen Beitrag leisten können.</p>
<p>Was spricht dagegen, aus einer sozialen Verantwortung heraus, Entlassungen soweit wie möglich zu vermeiden? Was spricht dagegen, grundsätzlich alle Arbeitnehmer an den Unternehmensgewinnen zu beteiligen?</p>
<p>Es wäre mir ein Leichtes, Gründe zu finden, die betriebswirtschaftlich und letztendlich auch volkswirtschaftlich dagegen sprechen. Solange allerdings die von beispielsweise Massenentlassungen generierten Wohlfahrtsgewinne lediglich einer kleinen Gruppe von Individuen zuteil werden, ist selbige gefragt, ihrer Gesellschaft, denen sie ihr Glück zu verdanken hat, etwas zurückzugeben. Sei es durch soziales Engagement, durch die Ausbildung junger Menschen oder eben durch eine wie auch immer geartete Aufteilung bzw. Weitergabe von Gewinnen.</p>
<p>Was mit einer Gesellschaft passiert, in der es nicht mehr gelingt, einen Großteil ihrer Mitglieder zu steigendem Wohlstand zu verhelfen, möchte ich mir nicht vorstellen. Dies ist allerdings auch nicht nötig. Ein Blick auf die politische und wirtschaftliche Weltkarte reicht vollkommen aus.</p>
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		<title>Das war doch abzusehen..</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Mar 2008 23:13:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[bear stearns]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;bear stearns war ja schon seit langem der erste Wackelkandidat, es war klar, dass, wenn eine fällt, dann zuerst bear stearns (&#8230;) Es ist aber auch ebenso in der Bankenbranche klar, wer jetzt die nächsten Kandidaten sind (&#8230;)&#8221;
Leider verzichtet Prof. Mark Wahrenburg von der Universität Frankfurt im weiteren Verlauf des Interviews in der Sendung &#8220;Börse [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>&#8220;bear stearns war ja schon seit langem der erste Wackelkandidat, es war klar, dass, wenn eine fällt, dann zuerst bear stearns (&#8230;) Es ist aber auch ebenso in der Bankenbranche klar, wer jetzt die nächsten Kandidaten sind (&#8230;)&#8221;</em></p>
<p>Leider verzichtet <em>Prof. Mark Wahrenburg</em> von der Universität Frankfurt im weiteren Verlauf des Interviews in der Sendung &#8220;Börse im Ersten&#8221; vom 17. März (<a href="http://boerse.ard.de/idx_tv_archiv.jsp?idx=0">Archiv</a>) auf die Benennung der &#8220;klaren&#8221; nächsten Wackelkandidaten. Schade. Denn mit dieser Information lässt sich dieser Tage doch sicherlich eine Menge Geld verdienen. Aber es ist ja auch viel logischer, erst im Nachhinein darauf hinzuweisen, dass man etwas bereits wusste. Da riskiert man zumindest keine Prognosefehler und steht später trotzdem gut da.</p>
<p>Nein, <em>Herr Wahrenburg</em> hat das Post-Glaskugel-Wissen ganz sicher nicht für sich alleine gepachtet. Mit diesem Wissen sind regelmäßig viele Experten gesegnet. Dass die Subprime-Krise, dann Hypothekenkrise und jetzt die Finanzkrise mit all ihren Folgen &#8220;selbstverständlich&#8221; abzusehen war, habe ich zumindest in den letzten Monaten schon einige Male gehört und gelesen.</p>
<p>Damit soll aber auf keinen Fall verneint werden, dass es unmöglich gewesen ist, die Bankenkrise vorherzusagen. Nur erzählen eben nicht diejenigen, die es vielleicht ahnen oder gar <em>hundertprozentig</em> wissen, freimütig in &#8220;Börse im Ersten&#8221;, dass sie Papiere im Bestand haben, die ihnen unter Umständen den Job kosten werden. Leider erzählt aber später auch keiner der Vorgesetzten (sofern nicht selber entlassen) von geschassten Bankmanagern, dass selbige bereits viel früher gefeuert worden wären, wenn sie aus Risikogründen auf das lange Zeit lukrative Engagement in die entsprechenden Papiere verzichtet hätten.</p>
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		<title>Disposition Effect, Momentum und meine ersten Optionsscheine</title>
		<link>http://www.wiwizin.de/2008/02/27/disposition-effect-momentum-und-meine-ersten-optionsscheine/</link>
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		<pubDate>Tue, 26 Feb 2008 23:19:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Apple Inc.]]></category>
		<category><![CDATA[Behavioral Finance]]></category>
		<category><![CDATA[Disposition Effect]]></category>
		<category><![CDATA[Momentum]]></category>
		<category><![CDATA[Optionsscheine]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor ungefähr vier Jahren erwarb ich meinen ersten Call. Das damalige Underlying ist die Aktie von Apple Inc. gewesen, und bis auf einige Ausnahmen blieb es auch für lange Zeit mein &#8220;Lieblings-Underlying&#8221;.
Der Disposition Effect kostet Rendite
Etwas naiv und rein aus dem Bauch heraus investierte ich also wahnsinnige 60 (in Worten: sechzig) EUR plus Ordergebühren in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor ungefähr vier Jahren erwarb ich meinen ersten Call. Das damalige Underlying ist die Aktie von Apple Inc. gewesen, und bis auf einige Ausnahmen blieb es auch für lange Zeit mein &#8220;Lieblings-Underlying&#8221;.</p>
<p><strong>Der Disposition Effect kostet Rendite</strong></p>
<p>Etwas naiv und rein aus dem Bauch heraus investierte ich also wahnsinnige 60 (in Worten: <em>sechzig</em>) EUR plus Ordergebühren in einen Apple-Call. Sechs Wochen später sind aus diesen 60 EUR immerhin realisierte 180 EUR geworden. Und hätte ich nur etwas mehr Resistenz gegenüber dem <em>Disposition Effect</em> gezeigt, wäre mir nach weiteren sechs Wochen die Realisation von 1800 EUR möglich gewesen. Leider hörte ich erst einige Semester später in einer Vorlesung zur <em>Behavioral Finance</em> von der Tendenz vieler Investoren, Verluste höher als Gewinne zu bewerten, und damit Gewinne zu früh und Verluste zu spät (oder womöglich gar nicht) zu realisieren.</p>
<p><strong>Das Momentum zum Glück</strong></p>
<p>Meinem Erfolg mit Calls auf Apple Inc. tat dies allerdings vorerst keinen Abbruch. Immerhin lief die Apple-Aktie auch in den nachfolgenden Perioden sehr gut. Zwar unterlag ich <em>einerseits</em> immer wieder dem <em>Disposition Effect</em>, <em>andererseits</em> lohnte sich das sinnlose &#8220;rein und raus&#8221; trotz der damit verbundenen Transaktionskosten: Mir spielte das positive <em>Momentum</em> der Apple-Aktie in die Hände. Letzteres ist neben der Methodik der Chart-Analyse auch Gegenstand der <em>Behavioral Finance</em>, die das <em>Momentum</em> unter anderem mit dem Herdenverhalten der Investoren zu erklären versucht. Von <em>Momentum</em> hatte ich seinerzeit natürlich auch noch nie gehört. Glück hat es mir trotzdem gebracht.</p>
<p><strong>Das große Geld lässt noch auf sich warten</strong></p>
<p>Reich bin ich durch die Calls auf mein &#8220;Lieblings-Underlying&#8221; bisher nicht geworden. Das lag nicht nur daran, dass ich die Gewinne nicht konsequent durch Prolongationen meiner Optionsscheine auf Apple Inc. reinvestierte, sondern ist vor allem darin begründet, dass ich mit oben benannten &#8220;Ausnahmen&#8221; viel Geld verloren habe. Die Gewinne durch die Calls subventionierten sozusagen die teils immensen Verluste (siehe <em>Disposition Effect</em>) aus Währungswetten, die ich damals ebenfalls oft einging.</p>
<p>Mein letzter Call auf Apple Inc. ist nun bereits eine ganze Weile her. Und der Blick auf den Kursverfall der letzten Monate sollte mich eigentlich an die <em>Momentum</em>-Theorie der <em>Behavioral Finance</em> erinnern. Aber könnte der aktuelle Kurs nicht doch das ideale Niveau für einen Wiedereinstieg erreicht haben?</p>
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